Getrennt marschieren zur Revolution

13.01.2013, TAZ

Ein Griff in die revolutionäre Wundertüte
Kurz bevor sich der Demonstrationszug in Gang setzt, verteilt das „Rosa und Karl“-Bündnis, wie es sich liebevoll nennt, Pappen in Sprechblasenform. Darauf kann jeder Demonstrant auf dem Olof-Palme-Platz schreiben, was er will. Eine malt ein Anarchie-Zeichen. Ein junger Mann mit rosa Schal schreibt: „Mensch sein ist vor allem die Hauptsache“.

Richtigstellung: Es waren nicht die Jusos, wie im Artikel behauptet, sondern u.a. Aktive von [‘cosmonautilus], die sich an der stalinismuskritischen Aktion an der LL-Demonstration im letzten Jahr beteiligt haben.


Friedenskämpfer geehrt

14.01.2013, junge Welt

Mehrere tausend Menschen bei traditioneller Gedenkdemonstration für Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht in Berlin. Konkurrenzdemo von Satirikern unterwandert


Gedenken an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht

14.01.2013, Neues Deutschland

Rund 10 000 Menschen demonstrierten in Berlin
Rund 10 000 Menschen gedachten am Sonntag in Berlin Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts. Erstmalig gab es zwei Demonstrationen, da die Organisatoren unter anderem die Glorifizierung von Josef Stalin während der traditionellen Demo fürchteten.


Gedenkfeier für Rosa Luxemburg spaltet die Linke

12.01.2013, Die Welt

Als einziges politisches Ritual der ehemaligen DDR hat die Gedenkfeier für Rosa Luxemburg die Wiedervereinigung überlebt. Doch nun ist ein erbarmungsloser Streit über die Veranstaltung entbrannt.


Der Bruch muss krachend sein

10.01.2013, Jungle World

In der traditionellen Luxemburg-Liebknecht-Demonstration manifestiert sich nur eine autoritäre Vorstellung linker ­Politik und Kultur. Doch dieses Jahr bekommt sie Konkurrenz.
Wenn unisono orthodox-kommunistische Blogs und Zeitungen aufgebracht von »Klassenverrätern« und »Antikommunisten«, »zukünftigen Sozialabbaukadern« und den »Kindern der Mörder von Karl und Rosa« schäumen, dann können die so Gescholtenen grundsätzlich schon einmal nicht alles falsch gemacht haben.


Kommunismus statt Personenkult

10.01.2013, Jungle World

Der Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht zu gedenken und die Verantwortung der deutschen Sozialdemokratie zu benennen, wäre eine feine Sache.
Am 15. Januar 1919 ermordeten Freikorpssoldaten die beiden bekanntesten Mitglieder der Leitung der gerade gegründeten KPD auf bestialische Weise. Auf Befehl des Vorsitzenden des Rates der Volksbeauftragten, des Sozialdemokraten Friedrich Ebert, »säuberten« marodierende Freikorpsbanden Berlin. Die Freikorps, derer sich die SPD gegen die KPD bediente, anstatt sie zu zerschlagen, waren rabiat nationalistisch und militaristisch. In ihren Reihen trugen einige bereits das Hakenkreuz auf dem Stahlhelm – Jahre, bevor Hitler die NSDAP gründete.


Streit um den besseren Protest

10.01.2013, TAZ

Die LL-Demo verbindet ab diesem Jahr nicht mehr alle UnterstützerInnen. Ein Deutungskonflikt führte zur Spaltung.
In diesem Jahr findet zum ersten Mal seit fast hundert Jahren in Berlin eine alternative Demonstration zum Gedenken an die Ermordung Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts statt. Sie nennt sich schlicht „Rosa und Karl“ und startet fast zeitgleich mit der traditionellen „LL-Demo“. Allerdings weicht sie von der üblichen Marschroute ab und führt vom Olof-Palme-Platz am Landwehrkanal vorbei, wo Rosa Luxemburgs Leiche von ihren Mördern versenkt wurde.


Stalin-Fans! – Kinder Noskes! Karrieristen!

10.01.2013, Neues Deutschland

Der seit Jahren schwelende Streit um die politische Ausrichtung der Liebknecht-Luxemburg-Demonstration in Berlin gipfelt am kommenden Sonntag erstmalig in die Teilung in zwei Demonstrationen. »nd« hat mit Ellen Brombacher und Kai Padberg beide Seiten zum Gespräch geladen. Sie hatten, wie sich zeigte, wenig Lust zu streiten, sondern waren bemüht, aufeinander zuzugehen. Das Gespräch moderierten Martin Kröger und Ines Wallrodt.


Jeder geht, wohin er will

10.01.2013, junge Welt

Die Jugendorganisation der Linkspartei ist gespaltener Meinung über Liebknecht-Luxemburg-Gedenken
Die angebliche Gedenkdemonstration für Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, die am 13. Januar im Tiergarten als »emanzipatorische Alternative« zum traditionellen Gedenken stattfinden soll, spaltet die Linksjugend [’solid]. Zum Bündnis vorwiegend sozialdemokratischer Jugendorganisationen, die zur »Rosa und Karl«-Demonstration aufrufen, zählt auch der Bundessprecherrat des Linkspartei-nahen Jugendverbandes. Doch dieser Aufruf sorgte in den letzten Wochen für hitzige Diskussionen innerhalb von [’solid] .


Stalin-Fans! – Kinder Noskes! Karrieristen!

09.01.2013, Neues Deutschland

Über die Attraktivität der LL-Demo, Umgang mit Kritik und mit Stalinanhängern
Der seit Jahren schwelende Streit um die politische Ausrichtung der Liebknecht-Luxemburg-Demonstration in Berlin gipfelt am kommenden Sonntag erstmalig in die Teilung in zwei Demonstrationen. »nd« hat mit Ellen Brombacher und Kai Padberg beide Seiten zum Gespräch geladen. Sie hatten, wie sich zeigte, wenig Lust zu streiten, sondern waren bemüht, aufeinander zuzugehen.


Wächterrat des Tages: »Rosa & Karl«

09.01.2013, junge Welt

Am Sonntag erinnern Linke an der Gedenkstätte der Sozialisten wieder an die Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht im Jahr 1919. Das stille Gedenken in Berlin-Friedrichsfelde mit mehreren zehntausend Teilnehmern und die Demonstration dorthin sind bis dato die größte linke Protestmanifestation des Jahres in der BRD. Ein von den Jusos Berlin, der Naturfreundejugend Berlin, der DGB-Jugend Berlin/Brandenburg, den Falken sowie Teilen der Linksjugend [’solid] und der zionistischen Jugendgruppe HaSchomer Hatzair getragenes Bündnis »Rosa&Karl« versucht sich in Demobilisierung und ruft zum separaten »emanzipatorischen Gedenken« am Berliner Zoo (jW berichtete).


Radiointerview mit dem FSK Hamburg

Freies Sender Kombinat Hamburg (FSK), 07.01.2013


Junge Wächter für Rosa und Karl

02.01.2013, Neues Deutschland

Die sozialistisch-zionistische Jugendgruppe »Haschomer Hatzair« wurde 2012 in Deutschland wieder gegründet. Sie ist Teil des Jugendbündnisses »Rosa und Karl«, das im nächsten Jahr eine alternative Gedenkdemonstration für die beiden ermordeten Sozialisten organisiert.

Das Blauhemd mit den weißen Kordeln am Kragen ist das traditionelle Erkennungszeichen eines Schomer Hatzair – eines jungen Wächters. Seit August dieses Jahres wird es wieder in Deutschland getragen. Auch bei der alternativen Gedenkdemonstration für Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht in diesem Jahr wird es zu sehen sein. Nach 74 Jahren gründete sich die deutsche Sektion der sozialistisch-zionistischen Jugendbewegung »Haschomer Hatzair« im letzten Jahr in Berlin wieder.


Erprobung einer rot-roten Kooperation

28.12.2012, Junge Welt

Die Linksjugend (’solid) Karlsruhe verbreitete am Mittwoch eine Pressemitteilung zur Absicht eines Bündnisses »Karl&Rosa«, am 13. Januar 2013 eine »alternative« Demonstration zu den Gräbern von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht in Berlin zu veranstalten:

(…) Die traditionelle LL-Demo wird im Aufruf des »Rosa-&-Karl-Bündnisses« als von »Stalinisten« und »Maoisten« verseuchtes Gedenken dargestellt und verunglimpft. Wer die Realität kennt, kann die vom »Rosa-&-Karl-Bündnis« als »Fakt« dargestellte Situation so nicht bestätigen. Die Bündnispartner Linksjugend [’solid] und Jusos betreiben eine Annäherungspolitik zur Erprobung einer rot-roten Kooperation.

„Zeitgemäßes Gedenken nötig“

taz, 18.12.2012

Linkes Jugendbündnis will im Januar eigene Rosa Luxemburg-Demonstration machen. Fabian Weissbarth von den Jusos über die Gründe

taz: Herr Weissbarth, interessieren sich junge Menschen noch für Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht?
Fabian Weissbarth: Die Beschäftigung mit der Geschichte der ArbeiterInnenbewegung ist für junge Menschen in unseren Verbänden enorm wichtig. Doch die bisherigen LL-Demonstrationen haben es vielen jungen Leuten schwer bis unmöglich gemacht, sich daran zu beteiligen.


Interview im Coloradio

Coloradio, 17.12.2012

Braucht es eine alternative Liebknecht-Luxemburg-Demo in Berlin?

Neues Deutschland, 15.12.2012

Seit zwei Jahrzehnten ist der Anfang Januar stattfindende »Luxemburg Liebknecht«-Demonstrationszug auf der Frankfurter Allee, der bei der Gedenkstätte der Sozialisten endet, die zahlenmäßig bedeutendste Demonstration einer sich als revolutionär verstehenden Linken – größer als die Demonstration am 1. Mai.

Ebenfalls seit langem gibt es Streit über diese Demonstration. In den 1990er Jahren etwa wollten die Friedrichshainer Hausbesetzer auf der »LL-Demo« auch des von der Roten Armee 1921 niedergeschlagenen Kronstädter Aufstands gedenken, was zu Auseinandersetzungen führte. Nun will u.a. der Jugendverband »Die Falken« eine »alternative« Demo durchführen: Es gebe zu viele Stalin- und Mao-Plakate im Zug.

Dazu diskutieren der stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP), Patrik Köbele, und der Berliner Vorsitzende der SJD – Die Falken, Julian Holter.

»Zu den Kriegen kein Wort«

Junge Welt, 11.12.2012

Ein Gespräch mit Ellen Brombacher und Klaus Meinel.

Ellen Brombacher vertritt die Kommunistische Plattform in der Linkspartei im LL-Bündnis. Klaus Meinel (DKP) ist wie in den Vorjahren Anmelder der ­LL-Demonstration 2013.

Zoff um Karl und Rosa

Telepolis, 09.12.2012

Ein Jugendbündnis will am 13. Januar 2013 Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg gedenken und wird dafür als Spalter und Schlimmeres gescholten.

Die linke Bewegung in Deutschland gründet gerne und oft Bündnisse, die oft wenig Beachtung finden. Doch das Jugendbündnis, das sich schlicht Karl und Rosa nennt, hat es schnell geschafft, öffentliche Aufmerksamkeit zu erlangen. Es hat sich zur Aufgabe gestellt, den linken Sozialdemokraten Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht zu gedenken, die vor dem ersten Weltkrieg zu den profiliertesten Köpfen des antimilitaristischen Flügels der SPD gehörten und diese Position im Gegensatz zum Großteil ihrer damaligen Partei auch nach dem Beginn des 1. Weltkriegs nicht aufgegeben haben.

Auf Gemeinsamkeiten orientieren

Junge Welt, 07.12.2012

Falken, Jusos, Linksjugend und andere rufen für den 13. Januar zu einer Demonstration auf, die eine »emanzipatorische Alternative zur traditionellen LL-Demonstration« werden soll (jW berichtete). Zur Begründung heißt es: »Das traditionelle Gedenken an Rosa und Karl in Form der LL(L)-Demonstration stellt heute leider einen traurigen Ausdruck (…) des Scheiterns dar. Unwidersprochen werden Jahr für Jahr Stalinbanner geführt, Weisheiten des großen Vorsitzenden Mao Zedong zitiert und DDR-Fahnen geschwenkt. Kritik wird nicht entgegengenommen, sondern mit körperlicher Gewalt beantwortet. Wir bestreiten, daß solche menschenverachtende Ideologien etwas mit den Ideen von Rosa und Karl zu tun haben…« jW dokumentiert aus diesem Anlaß Auszüge aus den Mai-Mitteilungen der Kommunistischen Plattform in der Linkspartei, aus denen die Haltung des traditionellen Bündnisses hervorgeht:

Bruch mit den Stalinos

Neues Deutschland, 06.12.2012

2013 wird es parallel zwei LL-Demos geben.

Sie hatten schon lange Bauchschmerzen, nun ziehen sie die Konsequenzen: Linke Jugendorganisationen wollen am zweiten Januarwochenende mit einer eigenen Demonstration Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts gedenken. Anders, als das bisher bei der traditionellen Demonstration vom Frankfurter Tor zur Gedenkstätte der Sozialisten geschieht – ohne Stalin und Mao. Getragen wird das neue Bündnis »Rosa & Karl« unter anderem von der Linksjugend Solid, Falken, Jusos und DGB-Jugend.

Stalin- und Mao-Banner machen Angst

Neues Deutschland, 05.12.2012

Bündnis will ein neues Gedenken an Luxemburg und Liebknecht.

Undogmatische Jugendorganisationen machen nicht mehr mit: Sie wollen am zweiten Januarwochenende eine eigene Demonstration in Gedenken an Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg veranstalten. An der traditionellen Demonstration, die jedes Jahr vom Frankfurter Tor zur Gedenkstätte der Sozialisten in Friedrichsfelde führt, wollen sie sich nicht länger beteiligen. Der Berliner Landessprecher der Linksjugend solid Adrian Furtwängler begründet im Gespräch mit „nd“, warum er keine Chance mehr sieht, innerhalb des alten Bündnisses etwas zu verändern und gemeinsam mit Falken, Jusos und DGB-Jugend einen Neustart versucht. „Die traditionelle Demonstration hat inzwischen auf die Außenwelt nur noch die Wirkung, da laufen welche mit Stalin- und Mao-Bannern, DDR-Fahnen und Musik der Sowjetunion durch die Straße“, kritisiert er. Sie seien zu dem Schluss gekommen, „dass wir die Einigkeit der Linken nicht damit bezahlen wollen, dass wir unsere Ideale einer emanzipatorischen Politik aufgeben“.

Sozis gedenken ihrer Opfer

Junge Welt, 05.12.2012

Bündnis sozialdemokratischer Organisationen plant »Rosa und Karl«-Demo parallel zur traditionellen Demonstration.

Berlin am zweiten Sonntag im Januar: Schon in den 1920er Jahren fand an diesem Tag eine Demonstration statt, um Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts zu gedenken. Zur Erinnerung an die beiden Gründer der KPD, die am 15. Januar 1919 von Offizieren des Deutschen Heeres – mit dem Einverständnis der SPD-Regierung – ermordet wurden, ziehen bis heute Zehntausende Menschen zum Denkmal der Sozialisten auf dem Friedhof Berlin-Friedrichsfelde. Darunter Mitglieder verschiedener linker Organisationen und Einzelpersonen.