Aufruf: Rosa&Karl 2014

Der Aufruf für Demo und Aktionswoche ist endlich fertig! Die hier veröffentlichte Version ist ein Kurzaufruf. Der vollständige Aufruf, in dem wir uns tiefgehender mit den gestellten Fragen, aber auch mit Überlegungen zum Spartakusaufstand und zum Verhältnis der Linken zum Staat beschäftigen, folgt in Kürze.

„Fragend blicken wir zurück. Fragend schreiten wir voran.“

Die Erinnerung an bestimmte historische Entwicklungen und ihre Analyse sind bedeutender Teil unterschiedlichster „linker“ Bewegungen. Je nach theoretischem Ansatz erfüllt hierbei die Auseinandersetzung mit Geschichte verschiedene Funktionen. Vor über einem Jahr haben wir uns in den Diskurs um das Erinnern an die Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht eingemischt. Im Januar 2013 fanden eine Aktionswoche und eine Demonstration zum Gedenken an die Kämpfe der Jahre 1918/19 statt. Wir stehen auch weiterhin für einen kritischen Blick auf linke Geschichte:

Die Geschichte des Kapitalismus ist das Ergebnis historischer Machtkämpfe und sie wird von den Herrschenden geschrieben. Wir setzen auf eine andere Form der Erzählung. Geschichte ist nicht statisch, sie ist vielschichtig, wird von vielen erlebt und gemacht und ist durchaus auch widersprüchlich. Sie ist nicht zwangsläufig. Für uns bedeutet eine alternative Geschichtserzählung auch, die Ideen, Gedanken und Theorien für die z. B. Rosa Luxemburg stand, in den Vordergrund zu rücken und sich mit ihnen kritisch auseinanderzusetzen.
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Wir auf der History is Unwritten – Konferenz

Am Sams­tag den 7. Dezember sind wir bei der Konferenz His­to­ry is un­writ­ten des AutorInnenkollektivs Loukanikos mit einem Work­shop ver­tre­ten.
Die Kon­fe­renz be­schäf­tigt sich mit lin­ker Ge­schichts­po­li­tik und kri­ti­scher Wis­sen­schaft und fin­det am kom­men­den Woch­nen­en­de vom 6.-8. De­zember in Berlin statt.
Mehr Infos unter: http://​historyisunwritten.​wordpress.​com/​

Un­se­ren Work­shop ver­an­stal­ten wir am Samstag, 07.12. ab 16 Uhr ge­mein­sam mit der Ber­li­ner Grup­pe Theo­rie Or­ga­ni­sa­ti­on Pra­xis (TOP).

Fragend blicken wir zurück. (Bündnis “Rosa&Karl”)
Das Rosa und Karl Bündnis hat sich im letzten Jahr als Alternative zur Liebknecht-Luxemburg-Demonstration gegründet. Grund dafür war neben der Kritik an der Verherrlichung des Realsozialismus in Teilen der Demonstration und den immer wieder missglückten Versuchen einer Intervention innerhalb derselben, auch eine grundlegende Kritik an der Form des Gedenkens der LL-Demo, bei dem ein linker Gegenmythos geschaffen wird um sich mit der Vergangenheit zu identifizieren und somit sich selbst zu legitimieren.
Wir wollten gedenken ohne dabei kritiklos zu werden. Doch genau diese grundlegendere Kritik konnten wir im letzten Jahr kaum vermitteln. Der Workshop versucht einerseits unsere Kritik auszuformulieren und andererseits zu beleuchten, wo das Bündnis sein Ziel nicht erreichte und warum.

„Der Kapitalismus muss immer Hiebe kriegen!“ – Thälmann (TOP B3RLIN)
Wer sich heute Kommunist nennt, ist mit Anfeindungen vom Standpunkt der herrschenden großen Erzählung der Totalitarismustheorie konfrontiert. Am Beispiel einer kleinen Diskussion zum Abriss des Thälmanndenkmals wollen wir zeigen, wie man angesichts dessen zu einer offensiven Gesellschaftskritik gelangen kann, ohne dabei in die nostalgische Rechtfertigungsfalle zu tappen oder sich auf die sich 3fach verleugnende Position einer unbefleckten reinen Kritik zurückziehen zu müssen.

Rosa&Karl 2014

Es geht weiter mit dem Rosa&Karl-Gedenken!

Ähnlich wie im vergangenen Jahr schon plant das Rosa&Karl-Bündnis wieder eine alternative Form des Gedenkens an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, sowie der linken Kämpfe ihrer Zeit. Geplant sind Lesungen, Vorträge, Diskussionsveranstaltungen im Rahmen einer Aktions- und Veranstaltungswoche vom 04.01. – 11.01.2014, sowie einer abschließenden Demonstration am 12. Januar 2014.

Inhaltlich wird es in diesem Jahr vor allem um eine kritische Auseinandersetzung mit den gängigen Geschichtsauffassungen gehen. Die Erinnerung an bestimmte historische Entwicklungen und ihre Analyse sind bedeutender Teil unterschiedlichster „linker“ Bewegungen. Je nach geschichtsphilosophischen Ansatz erfüllt hierbei die Auseinandersetzung mit Geschichte ganz unterschiedliche Funktionen – von denen nur mache geeignet sind eine ernsthafte und kritische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit zu gewährleisten. Außerdem wollen wir die Kämpfe 1918/19 zum Anlass nehmen um uns dem Verhältnis der Linken zum Staat anzunehmen.

Eine weitere Auseinandersetzung mit diesen Themen wird der kommende Aufruf, sowie die Veranstaltungswoche mit sich bringen.

Danke an alle Teilnehmer_innen

Wir freuen uns, dass die Rosa&Karl-Demonstration ein solcher Erfolg geworden ist. 700 Teilnehmer*innen haben am 13.01.2013 der Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht gedacht. Unsere Erwartungen und Hoffnungen haben sich erfüllt, dass es eine Vielzahl von Linken gibt, die nach einem Weg suchen Rosa und Karl auf eine würdige Weise zu gedenken, ohne sich hinter Stalin- und Maobanner einreihen zu müssen, wie sie auch dieses Jahr wieder die traditionelle LL-Demonstration zierten.

Wir denken, dass die Rosa&Karl-Demonstration und insbesondere die von ihr angestoßene Debatte um die Auseinandersetzung mit linker Geschichte und linkem Gedenken eine große Bereicherung darstellt und das neue Jahr für die anstehenden linken Kämpfe eingeleitet hat.

Eine detailliertere Auswertung folgt noch.

Demo-Nettiquette

Die Rosa & Karl-Demonstration soll frei von menschenverachtendem Gedankengut in seinen unterschiedlichen Erscheinungsformen stattfinden.
Daher veröffentlichen wir hiermit den Minimalkonsens unserer Demonstration und wollen so sicherstellen, dass kein*e Demoteilnehmer*in sich über reaktionäres und regressives Gedankengut auf der Demo ärgern muss:

Kein Rassismus, Sexismus, Sozialchauvinismus und Antisemitismus.
Unsere Demonstration richtet sich gegen Normativität, Ungleichbehandlung, Diskriminierung und Ausbeutung. Wer entsprechend menschenverachtendes Gedankengut von sich gibt oder sich entsprechend verhält, ist auf dieser Demo falsch.

Keine Verherrlichung des Realsozialismus.
Wir treten an mit dem Anspruch, grundsätzlich mit der Ideologie des Stalinismus und Realsozialismus zu brechen. Portraits von sogenannten „sozialistischen“ Diktatoren, wie Stalin oder Mao werden daher der Demo verwiesen.

Kein Nationalismus.
Nationalfahnen, einschließlich der von ehemaligen Staaten, wie Sowjetunion oder DDR und Fahnen (noch) nicht existierender Staaten oder Symbolen „nationaler Befreiungsorganisationen“ haben auf der Demo nichts verloren.