Rosa & Karl http://rosaundkarl.blogsport.de Gedenken in der Krise Thu, 08 Jan 2015 09:56:26 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Gedenkspaziergang http://rosaundkarl.blogsport.de/2014/12/12/gedenkspaziergang/ http://rosaundkarl.blogsport.de/2014/12/12/gedenkspaziergang/#comments Fri, 12 Dec 2014 10:48:55 +0000 Administrator Allgemein http://rosaundkarl.blogsport.de/2014/12/12/gedenkspaziergang/ Wofür stehen die Gesichter von Rosa und Karl in einer emanzipatorischen linken Bewegung?

Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht stehen für die Hoffnung auf eine Revolution, die aufgrund der Niederschlagung der Kämpfe für einen sozialistischen Wandel erloschen ist.

Ihre Gesichter repräsentieren nicht nur ihre Ideen von Antimilitarismus, Internationalismus und ihre Interpretationen des Marxismus, sondern auch den historischen Moment, in dem die proletarische Revolution zum Greifen nah war.

Heute fühlen wir uns von der sozialistischen Revolution so weit entfernt wie nie zuvor. Wir beobachten, wie rechtskonservative Kräfte wie die AfD in die Räte und Parlamente einziehen und wie Tausende die rassistischen Demonstrationen gegen die vermeintliche Islamisierung des Abendlandes gutheißen. Genoss*innen werden für ihr antifaschistisches Engagement inhaftiert und verurteilt.

Für uns kann das nicht bedeuten, zu warten bis sich die gesellschaftlichen Mehrheiten zu unseren Gunsten verändern! Rassismus gegenüber Geflüchteten, Freihandelsabkommen gegen Arbeitnehmer*innen, der sexistische Alltag – unsere praktische Solidarität und unser Engagement sind mehr als je zuvor gefordert!!

Unser Bezug auf die Sozialist*innen Luxemburg und Liebknecht endet nicht damit, uns wieder starke Anführer*innen herbei zu wünschen, die uns den Weg heraus aus der kapitalistischen Krise leuchten. Der Bezug zu Rosa und Karl bedeutet für uns vielmehr, zwei Menschen mit ihren eigenen Widersprüchen und Kämpfen zu sehen, eingebettet in eine Zeit, in der der Sozialismus zum Greifen nah war. Und in der diejenigen, die ihn gestalten wollten, ermordet wurden. Unter Gedenken verstehen wir hierbei eine kritische Auseinandersetzung mit linker Geschichte und ihren Protagonist*innen.

Kommt alle zum Gedenkspaziergang am Sonntag, dem 11.01.2015 um elf Uhr am Halleschen Tor

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Veranstaltungs – Mitschnitte http://rosaundkarl.blogsport.de/2014/01/29/veranstaltungs-mitschnitte/ http://rosaundkarl.blogsport.de/2014/01/29/veranstaltungs-mitschnitte/#comments Wed, 29 Jan 2014 14:09:22 +0000 Administrator Allgemein http://rosaundkarl.blogsport.de/2014/01/29/veranstaltungs-mitschnitte/ Wie haben die beiden Veranstaltungen Volin „Die un­be­kann­te Re­vo­lu­ti­on“, sowie „… dass jeder Satz nicht nur sprach, son­dern wie ein Schuss traf.“ (Sta­lin über Lenin) – Zur Kri­tik Le­n­ins aufgezeichnet und bieten sie hier zum Anhören an. Wer also keine Zeit oder Gelegenheit hatte unsere Veranstaltungswoche zu besuchen, kann dies jetzt noch nachholen.

Buch­vor­stel­lung: Volin „Die un­be­kann­te Re­vo­lu­ti­on“

Als 1974 end­lich eine deut­sche Aus­ga­be von Vo­lins Ver­mächt­nis Die un­be­kann­te Re­vo­lu­ti­on er­schien, wurde dies durch die Laut­spre­cher der Zeit über­tönt. Für die gro­ßen po­li­ti­schen Strö­mun­gen des lin­ken An­ti­ka­pi­ta­lis­mus stand da­mals außer Zwei­fel, dass der zu­künf­ti­ge So­zia­lis­mus nur in der Nach­fol­ge der Bol­sche­wi­ki sie­gen könne. Doch spä­tes­tens mit der Im­plo­si­on der So­wjet­uni­on und der Auf­lö­sung bzw. Mar­gi­na­li­sie­rung der an die­sem Mo­dell ori­en­tier­ten Par­tei­en sind diese Ge­wiss­hei­ten er­schüt­tert. Um die Ur­sa­chen des letzt­lich ge­schei­ter­ten bol­sche­wis­ti­schen Re­vo­lu­ti­ons­kon­zepts zu be­grei­fen, ist Vo­lins Zeit­zeug­nis immer noch eine un­ver­zicht­ba­re Quel­le. Der rus­si­sche Re­vo­lu­tio­när und An­ar­chist ana­ly­siert hier die Vor­ge­schich­te und den Ab­lauf der Ok­to­ber­re­vo­lu­ti­on, zer­pflückt mit Hilfe von Do­ku­men­ten ver­brei­te­te Lügen über den Auf­stand von Kron­stadt und er­öff­net den Blick für die kaum be­kann­ten Bau­ern­kämp­fe in der Ukrai­ne. Seine Ana­ly­se er­öff­net einen Zu­gang zur so­zia­len Re­vo­lu­ti­on aus dem „Ge­dächt­nis der Be­sieg­ten“ und macht be­greif­bar, warum der Bol­sche­wis­mus selbst, und nicht erst seine sta­li­nis­ti­schen Ex­zes­se, zum Pro­blem der so­zia­len Eman­zi­pa­ti­ons­be­we­gun­gen Russ­lands und der Ukrai­ne wurde. Buch­vor­stel­lung und Dis­kus­si­on mit Jo­chen Ges­ter vom Ver­lag „Die Buch­ma­che­rei“

Vor­trag: „… dass jeder Satz nicht nur sprach, son­dern wie ein Schuss traf.“ (Sta­lin über Lenin) – Zur Kri­tik Le­n­ins
ver­an­stal­tet von Links­ju­gend [’solid] Ber­lin

Vor­trag von Raban Witt.
So lange die Linke ihr le­ni­nis­ti­sches Erbe nicht auf­ar­bei­tet, wird sie ihm ver­haf­tet blei­ben. Damit läuft sie Ge­fahr, auch künf­ti­ge Be­frei­ungs­ver­su­che in der Ka­ta­stro­phe enden zu las­sen, die sich ein­mal „real exis­tie­ren­der So­zia­lis­mus“ nann­te. Der Vor­trag soll zur Selbst­re­fle­xi­on der Lin­ken bei­tra­gen, indem er Le­n­ins Den­ken in sei­ner Grund­struk­tur dar­stellt und kri­ti­siert. Es soll ge­zeigt wer­den, wes­halb seine Schrif­ten ihre Ge­gen­stän­de theo­re­tisch ver­feh­len und eine fa­ta­le Pra­xis na­he­le­gen, die den Ter­ror gegen (ver­meint­lich) Ab­wei­chen­de ein­schließt.

Mitschnitt auf SoundCloud

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Redebeiträge http://rosaundkarl.blogsport.de/2014/01/14/redebeitraege/ http://rosaundkarl.blogsport.de/2014/01/14/redebeitraege/#comments Tue, 14 Jan 2014 22:35:57 +0000 Administrator Allgemein http://rosaundkarl.blogsport.de/2014/01/14/redebeitraege/ Wir bedanken uns bei allen Teilnehmer*innen der Demonstration am Sonntag.

Rund 500 Teilnehmer*innen beteiligten sich an der diesjährigen Rosa&Karl – Demo, die vom Potsdamer Platz durch das ehemalige Berliner Zeitungsviertel bis zum Gendarmenmarkt geführt hat.

Im Folgenden findet ihr die Redebeiträge der Demo:

Redebeitrag zum Auftakt und zum linken Gedenken

Redebeitrag zum Sozialistischen Feminismus

Redebeitrag zur Sozialdemokratie und dem Verhältnis der Linken zum Staat

Redebeitrag zum Januaraufstand im Zeitungsviertel

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Rosa&Karl – Demonstration am Sonntag http://rosaundkarl.blogsport.de/2014/01/10/rosakarl-demonstration-am-ende-sonntag/ http://rosaundkarl.blogsport.de/2014/01/10/rosakarl-demonstration-am-ende-sonntag/#comments Fri, 10 Jan 2014 16:37:28 +0000 Administrator Allgemein http://rosaundkarl.blogsport.de/2014/01/10/rosakarl-demonstration-am-ende-sonntag/ Am kommenden Sonntag, dem 12. Januar ist es soweit:

Ab 11:00 Uhr geht es los am Potsdamer Platz in Berlin, am Karl Liebknecht – Denkmal. Die Demo führt durch das ehemalige Berliner Zeitungsviertel und endet am Gendarmenmarkt, voraussichtlich gegen 13:00 Uhr.

Unseren Demo-Aufruf findet ihr hier.

Wir freuen uns auf euch und eine erfolgreiche Rosa&Karl-Demo 2014!

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We highly recommend http://rosaundkarl.blogsport.de/2014/01/03/we-friendly-recommend/ http://rosaundkarl.blogsport.de/2014/01/03/we-friendly-recommend/#comments Fri, 03 Jan 2014 18:14:36 +0000 Administrator Allgemein http://rosaundkarl.blogsport.de/2014/01/03/we-friendly-recommend/ Am Mittwoch, dem 8.1.2014, 20:00 Uhr im K-Fetisch in der Wildenbruchstraße 86 veranstaltet die Gruppe Inernationale Kommunist_innen ergänzend zu unserer Veranstaltungswoche einen Vortrag, den wir euch auch ans Herz legen möchten:

Apologie von links
Veranstaltung mit Günther Sandleben zur Kritik gängiger Krisentheorien
Über die Krise wird viel diskutiert, Theorien gibt es reichlich. Doch wird das Krisengeschehen wirklich erfasst? Die Erklärungsweisen von der Neoklassik bis hin zum Keynesianismus sind gescheitert. Gilt das auch für linke Krisentheorien? Die Frage untersucht Günther Sandleben, Mitherausgeber des kürzlich im Neuen ISP-Verlag erschienen Buch „Apologie von links“. Sandleben wird dort Beiträge zur Krise unter anderem von Ernst . Lohoff, Norbert . Trenkle und Michal Heinrich auf den Prüfstand stellen.
VeranstalterIn: Internationale KommunistInnen

Außerdem empfehlen wir die Lektüre folgender Texte, die wir mit freundlicher Genehmigung der Autoren hier verlinken/veröffentlichen:

Meinhardt Creydt beobachtet neue Tendenzen der Stalin-Apologie und stellt unmissverständlich fest, dass Stalin kein „linker Klassiker“ sein kann:
http://www.meinhard-creydt.de/archives/444

Harry Waibel beschäftigt sich kritisch mit der marxistisch-leninistischen Organisierung und der Diskussionskultur der Linken in Deutschland (erschienen in der ZAG). Zur Kritik der marxistisch-leninistischen Organisierung hält Harry Waibel außerdem einen Vortrag im Rahmen unserer Veranstaltungswoche in Leipzig.

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Mobi-Clip 2014 http://rosaundkarl.blogsport.de/2014/01/03/mobi-clip-2014/ http://rosaundkarl.blogsport.de/2014/01/03/mobi-clip-2014/#comments Fri, 03 Jan 2014 12:50:56 +0000 Administrator Allgemein http://rosaundkarl.blogsport.de/2014/01/03/mobi-clip-2014/ Wir freuen uns euch endlich unseren diesjährigen Mobi-Clip präsentieren zu können:

Und morgen startet auch bereits die Veranstaltungswoche mit unserer Auftakt-Podiumsdiskussion mit Ralf Hoff­rog­ge, Kars­ten Krampitz, Uwe Fuhr­mann (Au­to­rIn­nen­kol­lek­tiv Lou­ka­ni­ko)s, Kris­tin Witte (Rosa&Karl-​Bünd­nis) und einem Ver­tre­ter des AK Ge­schich­te so­zia­ler Be­we­gun­gen in der Kulturfabrik Moabit.

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Wer hat uns verraten…1918/1919 http://rosaundkarl.blogsport.de/2013/12/19/wer-hat-uns-verraten-19181919/ http://rosaundkarl.blogsport.de/2013/12/19/wer-hat-uns-verraten-19181919/#comments Thu, 19 Dec 2013 22:23:04 +0000 Administrator Allgemein http://rosaundkarl.blogsport.de/2013/12/19/wer-hat-uns-verraten-19181919/ Dieser Text ist der dritte und abschließende Teil unseres vollständigen Aufrufs.
Teil1 dreht sich um den Umgang mit linker Geschichte, der Teil 2 beschäftigt sich mit dem Verhältnis der Linken zum Staat.

Ende Oktober 1918 verweigern deutsche Matrosen den Befehl zu einer letzten, für sie nicht zu gewinnenden, Schlacht gegen England auszulaufen. Sie sehen das in Aussicht gestellte Ende des Krieges und die Waffenstillstandsverhandlungen in Gefahr. Diese Weigerung führt zum Ende der Kriegshandlungen und zum Waffenstillstand. Aus den Meutereien entwickelt sich der Kieler Matrosenaufstand. Der verlorene Krieg bedeutet für die damalige deutsche Regierung einen herben Legitimationsverlust. Die Meuterei der Soldaten und die Unzufriedenheit mit der Regierung und den Verhältnissen kulminieren in der Novemberrevolution.
Der groteske Höhepunkt ist die zweifache Ausrufung der Republik am 9. November 1918. Auf einem Balkon des Reichstages ruft der SPDler Scheidemann die Republik aus. Beinahe zeitgleich ruft Karl Liebknecht die sozialistische Republik aus. Scheidemann geht es um eine Wiederherstellung der Ordnung und einer Beruhigung der Lage. Liebknecht dagegen fordert gemeinsam mit den streikenden Arbeiter*innen und Soldaten mehr: Die Oktoberrevolution in Russland hat der vagen Hoffnung auf eine sozialistische Gesellschaft Gestalt verliehen.
Deutschland und Europa befinden sich also an einem geschichtlichen Scheideweg, der mit den Worten von Rosa Luxemburg als „Sozialismus oder Barbarei“ charakterisiert werden kann. Die SPD übernimmt die Führung in den sich teilweise schon vor Kriegsende gegründeten Arbeiter- und Soldatenräten und kann damit den Weg in die Weimarer Republik ebnen. Zuvor jedoch paktiert sie mit den nationalen Kräften und Freikorps, um die linke Opposition unschädlich zu machen: Die Köpfe der erst an Silvester 1918 gegründeten KPD, Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, werden auf den Befehl des SPDlers Gustav Noske am 15. Januar im Tiergarten von Freikorps erschossen.
In der Folge ihrer Ermordung spitzte sich der Januaraufstand in den Ausrufungen der Räterepubliken von Bremen bis München zu. Noch einmal flammte für kurze Zeit der Widerstand gegen den Übergang zur Tagesordnung und die nicht eingelösten Hoffnungen auf einen sozialistischen Wandel auf. Das formale Ende der schon Ende Mai niedergeschlagenen Kämpfe bildete die Verabschiedung der Weimarer Verfassung am 11. August 1919.

Rosa Luxemburg lehnte sich sowohl gegen den Revisionismus der Sozialdemokratie wie gegen die Avantgardetheorie der Bolschewiki auf. Sie stand zwischen den Stühlen und bleibt eine zwiespältige Person, die sowohl in der Theorie als auch in ihrer Praxis für eine befreite Gesellschaft einstand. Vehement stritt sie dafür, „durch revolutionäre Taktik zur Mehrheit“ und zum eigenen politischen Handeln zu finden. Ohne Emanzipation von kapitalistischer und staatlicher Herrschaft war für Rosa Luxemburg keine Veränderung hin zum Sozialismus denkbar.

Karl Liebknecht setzte sich früh, und schon damals gegen den Widerstand nicht weniger SPD-Mitglieder, für die Stärkung der Jugendverbände ein und gründete 1907 die Sozialistische Jugendinternationale. In seinem entschiedenen Eintreten gegen den Ersten Weltkrieg und die Burgfriedenspolitik der Sozialdemokratie verließ er 1916 die SPD, engagierte sich im Spartakusaufstand und war an der Gründung der KPD beteiligt. Was die Bewegung um ihn und Rosa Luxemburg auszeichnete, waren ihre Versuche, die antimilitarische Stimmung der Nachkriegswirren zu nutzen und die Arbeiter*innenaufstände zur befreiten Gesellschaft hin zu radikalisieren.

Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht und mit ihnen der Niederlage im Kampf für eine befreite Welt zu gedenken, bedeutet deshalb, sich bewusst zu machen, dass damit eine historische Chance verpasst wurde. Ende 1918/ Anfang 1919 bestand die Möglichkeit einer sozialistischen Revolution in Deutschland. Ob sie jedoch im Ergebnis emanzipatorisch gewesen wäre, ist damit noch nicht ausgemacht. Hier mahnt uns die Revolution in Russland, die im Ergebnis eine der schlimmsten Diktaturen des 20. Jahrhundert hervorgebracht hat. Diese Form Geschichte zu betrachten macht uns mutig und vorsichtig: Mutig, weil es eben keine Zwangsläufigkeit ist, heute in einer derart verfassten Gesellschaft zu leben, vorsichtig, weil wir wissen, dass neben allen zu erkämpfenden Verbesserungen auch die Gefahr besteht, dass Hoffnungen und Erwartungen enttäuscht werden.

„Wir müssen nichts so machen wie wirs kennen, nur weil wirs kennen wie wirs kennen.“ (Die Sterne)

Trotzdem kann der Kampf jener Bewegungen nicht unserer sein – zu unterschiedlich sind die Umstände, zu verschieden die Herausforderungen, zu anders Denken und Fühlen. Unser Anspruch an ein emanzipatorisches Gedenken ist das Erinnern an die Widersprüche innerhalb der Geschichte der Arbeiter*innenbewegung. Nur aus der Beschäftigung mit ihnen kann eine emanzipatorische Politik für die Gegenwart hervorgehen, denn all diese Widersprüche zeigen eines: Es gibt keine einfache Geschichte, kein simples schwarz und weiß.
Eine „linke“ Heiligenverehrung mit übergroßen Porträts vermeintlicher Ikonen, unkritisch aneinandergereiht, passt nicht zu unserer Form des Gedenkens. Das ist politische Religion, zutiefst reaktionär und dogmatisch.

Unser Gedenken – und damit eine gesamte Veranstaltungswoche und Demonstration stehen im Zeichen eines Eintreten für eine bessere Gesellschaft jetzt und hier. Ausbeutung und Arbeitszwang auf der einen und Massenarbeitslosigkeit auf der anderen Seite, nicht eingelöste Glücksversprechen eines guten Lebens für alle, Perspektivlosigkeit bei jungen und alten Menschen, ein auf die Verwertung sogenannter „Humanressourcen“ ausgerichtetes Bildungssystem, nationaler Wirtschaftsprotektionismus und ein unsolidarisches Europa geprägt auch von einer Erstarkung der Rechten und den rassistischen Aufmärschen in Berlin-Hellerdorf, Duisburg, Schneeberg… – all dies sind die widersprüchlichen und rational-irrationalen gesellschaftlichen Gegebenheiten des Kapitalismus, die weit entfernt sind von dem, was wir uns vorstellen.

Als Jugendverbände in der Tradition der Arbeiter*innenjugend sind wir nicht bereit, die menschenunwürdigen Bedingungen, die der Kapitalismus schafft, weiter hinzunehmen. Wir sind gefordert, aufzustehen, uns zu bilden und zu organisieren, um den bestehenden Verhältnissen eine Welt der Freien und Gleichen entgegenzusetzen.

Wir rufen auf: Kommt zu unseren Veranstaltungen vom 4. – 11. Januar und diskutiert mit uns! Kommt zu unserer Demonstration am 12. Januar!

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Zwischen Lassalle und Stalin – Der Etatismus der Linken http://rosaundkarl.blogsport.de/2013/12/18/zwischen-lassalle-und-stalin-der-etatismus-der-linken/ http://rosaundkarl.blogsport.de/2013/12/18/zwischen-lassalle-und-stalin-der-etatismus-der-linken/#comments Wed, 18 Dec 2013 14:46:06 +0000 Administrator Allgemein http://rosaundkarl.blogsport.de/2013/12/18/zwischen-lassalle-und-stalin-der-etatismus-der-linken/ Dieser Text ist Teil 2 einer dreiteiligen Reihe von Positionspapieren, die gemeinsam den vollständigen Aufruf der Rosa&Karl-Demonstration bilden. Den ersten Teil findet ihr hier: http://rosaundkarl.blogsport.de/2013/12/17/fragend-blicken-wir-zurueck-fragend-schreiten-wir-voran/

Die Auseinandersetzung mit dem Verhältnis der Arbeiter*innenbewegung zu Staat, Nation und Kapital einerseits und ihrem Scheitern andererseits muß auch die Schriften von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht mit einbeziehen. Die zwei fundamentalen Fehler weiter Teile der Arbeiter*innenbewegung bestehen bis heute in einer unzureichenden Kapitalkritik, die zwar von Kapital redet, aber nur die Zirkulationssphäre meint, sowie in einer Fehleinschätzung des Verhältnisses von Produktion, Markt und Staat. Staatlichkeit ist immer die Verwaltung von Herrschaft. Wir wollen nicht durch den Kampf um Befreiung über den Sozialismus zur Nation.

Wir sehen uns noch heute mit zahlreichen sozialistischen Versuchen konfrontiert, die den modernen Nationalstaat nicht als Garant der kapitalistischen Ordnung verstehen, dessen Herrschaft es zu überwinden gilt, sondern die einem „sozialstaatlichen Fetisch“ erliegen.

Die eigene Verstrickung und die strukturelle Schwierigkeit emanzipatorischer Praxis wird übergangen, indem die bürgerliche Kategorie des (National-)Staates positiv besetzt wird: Aus dem Ausbleiben einer historischen Kritik des Staates „an sich“ resultiert der Irrglaube an einen „guten“, d.h. in diesem Fall einen sozialistischen, Staat.

In der Sowjetunion und ihren „Brüderstaaten“ resultierte dies in einem autoritären, illiberalen und dogmatischen Sozialismusmodell, dessen Utopismus aus einem vermeintlich objektiv-wissenschaftlich analysierbaren Lauf der Geschichte gespeist wurde. Weil ein solches auf Mythen gebautes Modell nur stabil bleiben kann, wenn es Kritiker*innen der Staatsdoktrin ausgeschaltet und Widerspruch so verunmöglicht wird, muss es der Freiheit von Individuen und wirklicher Emanzipation per Definition gewalttätig gegenüberstehen.

Das andere bis heute wirkmächtige Modell eines staatlichen Sozialismus ist der sozialdemokratische Staat. Während marxistische Sozialdemokrat*innen wie vor allem Luxemburg und Liebknecht einsehen konnten, dass Staatlichkeit eine notwendige Komponente bürgerlich-kapitalistischer Herrschaft ist, setzte sich schon bald nach Gründung der SPD-Vorläuferorganisationen eine Ideologie durch, deren Hoffnung stark auf die Errichtung eines „guten“ „Volksstaates“ (Lassalle) gründete. Revolutionäre Konzepte, die spätestens in den 1920er-Jahren ihre praktische Relevanz verloren, wurden von reformistischen Programmen verdrängt, wonach es gelte, innerhalb der bestehenden staatlichen Strukturen zu wirken und, stets im Vertrauen auf den Fortschritt in der Geschichte, den Sozialismus parlamentarisch und mit Hilfe bürgerlicher Instrumente zu realisieren. Eine Reflexion der eigenen Möglichkeiten radikaler politischer Praxis verlor schnell an Relevanz, die Sozialdemokratie richtete sich so im kapitalistischen Nationalstaat ein und reproduziert bis heute systemische Gewalttätigkeiten in ihrer Entwicklung, wie ein Blick auf die Politik von sozialdemokratischen Regierungen in Deutschland zeigt.

Kommt es zu einer linken Kritik an Staat und Nation, werden oft lediglich bestimmte Staatsformen oder ausgewählte Nationalstaaten (wie z.B. der „imperialistische“ Staat) oder auch nur einzelne nationale Regierungen angegriffen. Eine solch verkürzte Form der Auseinandersetzung mit staatlicher Herrschaft geht einher mit einer Konzentration auf einzelne Akteur*innen als „Charaktermasken“ kapitalistischer Strukturen, die zwar Symptome eines Systems sind, hier aber vielmehr zur Ursache von Missständen erklärt werden. Staaten wie z.B. die USA sind in solchen Weltbildern nicht mehr ein staatlicher Akteur, der wie alle anderen Systemzwängen folgt, sondern als „Imperialist“ quasi qua Charakter „böse“ und Urheber von globalen Krisen wie Krieg, Armut, Ausbeutung. Eine wirkliche Auseinandersetzung mit den krisenhaften Strukturen des Kapitalismus, die abstrakt und überindividuell bzw. im staatlichen Kontext: international sind, bleibt aus.

Gerade dieser Mangel an kritischer Auseinandersetzung um Kapitalismus und Staat als solche, führt zu verklärenden Vorstellungen und nimmt notwendigerweise jeder radikalen Kritik an der bestehenden Herrschaft die Spitze.

Morgen folgt der dritte Teil des Aufrufs.

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„Fragend blicken wir zurück. Fragend schreiten wir voran.“ http://rosaundkarl.blogsport.de/2013/12/17/fragend-blicken-wir-zurueck-fragend-schreiten-wir-voran/ http://rosaundkarl.blogsport.de/2013/12/17/fragend-blicken-wir-zurueck-fragend-schreiten-wir-voran/#comments Tue, 17 Dec 2013 11:40:31 +0000 Administrator Allgemein http://rosaundkarl.blogsport.de/2013/12/17/fragend-blicken-wir-zurueck-fragend-schreiten-wir-voran/ Der folgende Text ist der erste von drei aufeinander aufbauenden Positionierungstexten.

Die Abschaffung aller Herrschaft haben die Kommunist_innen versprochen. Und solange sie erinnert werden, werden sie nie mehr aufhören, es versprochen zu haben. (Bini Adamczak)

Die Erinnerung an bestimmte historische Entwicklungen und ihre Analyse sind bedeutender Teil „linker“ Bewegungen. Je nach geschichtsphilosophischem Ansatz erfüllt hierbei die Auseinandersetzung mit Geschichte ganz unterschiedliche Funktionen. Vor über einem Jahr haben wir uns als „Rosa&Karl“ – Bündnis in den Diskurs um das Erinnern an die Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht hinein begeben. Im Januar 2013 fand eine alternative Aktionswoche und Demonstration zum Gedenken an die Kämpfe der Jahre 1918/19 statt. Wir wollen auch weiterhin unseren Anspruch an Geschichtserzählungen deutlich machen.

Dafür scheint es uns notwendig, zunächst die Funktion von Geschichte für Staaten zu untersuchen, denn genau die gibt uns einen Hinweis auf eine andere, emanzipatorische Form der Erzählung. Geschichte wie sie uns in der Schule vermittelt wird, aber auch wie sie im Bewusstsein der meisten Menschen verankert ist, abgesehen von den Foucault nacheifernden Geschichtswissenschaftler*innen, ist eine nationale Fortschrittsgeschichte. Dabei werden Brüche, Momente des Aufbegehrens, selbst Katastrophen wie die Shoah, in eine lineare Geschichtserzählung gepresst und entweder durch Abgrenzung oder Identifikation vereinnahmt.

Am Ende steht die unvermeidliche Behauptung, dass eben diese Aneinanderreihung willkürlicher Ereignisse einerseits notwendig determiniert war und sich andererseits schlussendlich zur bestmöglichen Form entwickelt hat (in unserem Fall also die BRD). Dabei werden selbst so offensichtliche Brüche wie die 1918/19er Bewegung oder die 68er unter der Vorgabe die alten Probleme wären ja gelöst und die „hätten es halt nur ein bisschen übertrieben“ eingemeindet. Das Teile dieser Bewegungen in solchen Momenten jedoch mehr forderten, nämlich die Gesellschaft der Freien und Gleichen, steht selten im Focus der Geschichtserzählung. Unsere Aufgabe muss es sein vehement darauf hin zu weisen. Allerdings ergibt sich genau aus diesem Anspruch die Frage des Wie, auch wenn das Warum zumindest schon teilweise geklärt zu sein scheint.

Eine der Antworten, die Historiker*innen im Realsozialismus gaben, war der Gegenmythos. So wie die BRD eine Fortschrittsgeschichte schrieb, wurden etwa in der DDR linke Niederlagen als notwendige Schritte zum Realsozialismus umgedeutet. Diese Art der Geschichtserzählung, die leider auch nach 1990 in der Linken weit verbreitet ist, bleibt genauso linear und vereinnahmend wie die Nationalgeschichte. Der Wunsch der bürgerlichen Geschichtserzählung etwas entgegen zu setzen führt hier dazu, sogenannte „revolutionäre“ Kämpfe in der Geschichte unabhängig von ihren tatsächlichen Zielen oder vollkommenen Unabhängigkeit voneinander als eine lange Reihe gleicher Kämpfe zu begreifen. An deren Ende steht die jeweilige Gruppe, Bewegung oder Demo, die sich aus dieser unkritischen Überidentifikation selbst legitimiert.

Diese Identifikation macht unkritisch, sowohl der Vergangenheit, als auch sich selbst gegenüber. Dagegen wollen wir eine Betrachtung linker Niederlagen (denn leider leben wir noch nicht in der befreiten Gesellschaft) setzen, die Unterschiede historischer Praxen, Probleme und Analysen aufzeigt. Es geht weder darum sich in eine lange Ahnenreihe zu stellen, noch einfach zu übernehmen, was andere gedacht haben. Der Maßstab der Geschichtsbetrachtung wird die Forderung nach Befreiung, doch gleichzeitig sollte das auch Maßstab der eigenen Praxis sein. Gedenken heißt für uns also der kritische Blick in die Vergangenheit, der uns zur Kritik der eigenen Praxis verhilft.

Doch die Erkenntnis, dass die Befreiung gefordert wurde, jedoch nicht umgesetzt wurde, ist auch eine Motivation. Wir versuchen Geschichte als undeterminiert zu begreifen und somit ist jede Niederlage im Kampf um Befreiung ein weiterer Moment in der sie möglich erschien (war?). Kapitalismus, Patriarchat und Rassismus sind keine historischen Zwangsläufigkeiten. Die Befreiung von alledem wurde versprochen und versucht umzusetzen. Es sollte uns also verdammt wütend machen uns immer noch in diesen gesellschaftlichen Verhältnissen vor zu finden.

Die Fortsetzung findet ihr hier:„Zwischen Lassalle und Stalin – Der Etatismus der Linken“

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Pressemitteilung: Fragend blicken wir zurück. Fragend schreiten wir voran. http://rosaundkarl.blogsport.de/2013/12/10/pressemitteilung-fragend-blicken-wir-zurueck-fragend-schreiten-wir-voran/ http://rosaundkarl.blogsport.de/2013/12/10/pressemitteilung-fragend-blicken-wir-zurueck-fragend-schreiten-wir-voran/#comments Tue, 10 Dec 2013 14:30:55 +0000 Administrator Allgemein http://rosaundkarl.blogsport.de/2013/12/10/pressemitteilung-fragend-blicken-wir-zurueck-fragend-schreiten-wir-voran/ Das Rosa&Karl-Bündnis linker Jugendverbände ruft zur Demonstration im Gedenken an die Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht auf. Im Vorfeld der Demonstration am 12. Januar 2014 findet eine Aktionswoche mit Bildungs- und Diskussionsveranstaltungen statt.

Zum zweiten Mal ruft das Rosa&Karl-Bündnis zur Demonstration im Gedenken an die Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht im Januar 1919 auf. Der Diskurs um das Erinnern an die revolutionären Jahre 1918/19 und deren Bedeutung für heute ist nach wie vor aktuell. Aus diesem Grund geht das Bündnis rund um die Aktionswoche vom 04. bis 11. Januar 2014 der Frage nach, wie ein Gedenken abseits der bürgerlichen Geschichtsschreibung und ohne eine linke Heiligenverehrung aussehen kann.

„Wir wehren uns dagegen, dass Geschichte von den Herrschenden geschrieben wird. Für uns gibt es nicht eine Erzählform oder eine historische Wahrheit. Geschichte wird von vielen erlebt und gemacht. Dieses Verständnis ist ein erster Ansatz, um Geschichte aus einer emanzipatorischen Sicht zu erzählen“ so die Bundesvorsitzende der SJD – Die Falken, Josephin Tischner, für das Bündnis. „Für uns heißt eine alternative Geschichtserzählung auch, dass wir uns mit den Ideen, Gedanken und Theorien für die z. B. Rosa Luxemburg stand, kritisch auseinandersetzen und sie in den Vordergrund rücken“, so Tischner weiter.

Die Aktionswoche im Vorfeld der Demonstration am Sonntag, dem 12. Januar 2014, wird von allen Teilen des Bündnisses organisiert und ausgerichtet. Die Auftaktveranstaltung findet am 04. Januar 2014 in der Kulturfabrik in Moabit mit einer Podiumsdiskussion zum Thema „Wie viel Gedenken braucht die Linke?“ und einer anschließenden Party statt. Die Veranstaltung beginnt um 20 Uhr.

Unterschiedliche Veranstaltungsformate im weiteren Verlauf der Aktionswoche beschäftigen sich u.a. mit verschiedenen geschichtsphilosophischen Theorien, einer Kritik am Leninismus oder auch mit einer Gegenüberstellung der Diktatur des Proletariats und Vorstellungen zum demokratischen Sozialismus.

Aktionswoche: 04. Bis 11. Januar 2014
Demonstration: 12. Januar 2014, 11:00 Uhr Potsdamer Platz

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