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Mobi-Clip 2014

Wir freuen uns euch endlich unseren diesjährigen Mobi-Clip präsentieren zu können:

Und morgen startet auch bereits die Veranstaltungswoche mit unserer Auftakt-Podiumsdiskussion mit Ralf Hoff­rog­ge, Kars­ten Krampitz, Uwe Fuhr­mann (Au­to­rIn­nen­kol­lek­tiv Lou­ka­ni­ko)s, Kris­tin Witte (Rosa&Karl-​Bünd­nis) und einem Ver­tre­ter des AK Ge­schich­te so­zia­ler Be­we­gun­gen in der Kulturfabrik Moabit.

Wer hat uns verraten…1918/1919

Dieser Text ist der dritte und abschließende Teil unseres vollständigen Aufrufs.
Teil1 dreht sich um den Umgang mit linker Geschichte, der Teil 2 beschäftigt sich mit dem Verhältnis der Linken zum Staat.

Ende Oktober 1918 verweigern deutsche Matrosen den Befehl zu einer letzten, für sie nicht zu gewinnenden, Schlacht gegen England auszulaufen. Sie sehen das in Aussicht gestellte Ende des Krieges und die Waffenstillstandsverhandlungen in Gefahr. Diese Weigerung führt zum Ende der Kriegshandlungen und zum Waffenstillstand. Aus den Meutereien entwickelt sich der Kieler Matrosenaufstand. Der verlorene Krieg bedeutet für die damalige deutsche Regierung einen herben Legitimationsverlust. Die Meuterei der Soldaten und die Unzufriedenheit mit der Regierung und den Verhältnissen kulminieren in der Novemberrevolution.
Der groteske Höhepunkt ist die zweifache Ausrufung der Republik am 9. November 1918. Auf einem Balkon des Reichstages ruft der SPDler Scheidemann die Republik aus. Beinahe zeitgleich ruft Karl Liebknecht die sozialistische Republik aus. Scheidemann geht es um eine Wiederherstellung der Ordnung und einer Beruhigung der Lage. Liebknecht dagegen fordert gemeinsam mit den streikenden Arbeiter*innen und Soldaten mehr: Die Oktoberrevolution in Russland hat der vagen Hoffnung auf eine sozialistische Gesellschaft Gestalt verliehen.
Deutschland und Europa befinden sich also an einem geschichtlichen Scheideweg, der mit den Worten von Rosa Luxemburg als „Sozialismus oder Barbarei“ charakterisiert werden kann. Die SPD übernimmt die Führung in den sich teilweise schon vor Kriegsende gegründeten Arbeiter- und Soldatenräten und kann damit den Weg in die Weimarer Republik ebnen. Zuvor jedoch paktiert sie mit den nationalen Kräften und Freikorps, um die linke Opposition unschädlich zu machen: Die Köpfe der erst an Silvester 1918 gegründeten KPD, Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, werden auf den Befehl des SPDlers Gustav Noske am 15. Januar im Tiergarten von Freikorps erschossen.
In der Folge ihrer Ermordung spitzte sich der Januaraufstand in den Ausrufungen der Räterepubliken von Bremen bis München zu. Noch einmal flammte für kurze Zeit der Widerstand gegen den Übergang zur Tagesordnung und die nicht eingelösten Hoffnungen auf einen sozialistischen Wandel auf. Das formale Ende der schon Ende Mai niedergeschlagenen Kämpfe bildete die Verabschiedung der Weimarer Verfassung am 11. August 1919.
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Zwischen Lassalle und Stalin – Der Etatismus der Linken

Dieser Text ist Teil 2 einer dreiteiligen Reihe von Positionspapieren, die gemeinsam den vollständigen Aufruf der Rosa&Karl-Demonstration bilden. Den ersten Teil findet ihr hier: http://rosaundkarl.blogsport.de/2013/12/17/fragend-blicken-wir-zurueck-fragend-schreiten-wir-voran/

Die Auseinandersetzung mit dem Verhältnis der Arbeiter*innenbewegung zu Staat, Nation und Kapital einerseits und ihrem Scheitern andererseits muß auch die Schriften von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht mit einbeziehen. Die zwei fundamentalen Fehler weiter Teile der Arbeiter*innenbewegung bestehen bis heute in einer unzureichenden Kapitalkritik, die zwar von Kapital redet, aber nur die Zirkulationssphäre meint, sowie in einer Fehleinschätzung des Verhältnisses von Produktion, Markt und Staat. Staatlichkeit ist immer die Verwaltung von Herrschaft. Wir wollen nicht durch den Kampf um Befreiung über den Sozialismus zur Nation.

Wir sehen uns noch heute mit zahlreichen sozialistischen Versuchen konfrontiert, die den modernen Nationalstaat nicht als Garant der kapitalistischen Ordnung verstehen, dessen Herrschaft es zu überwinden gilt, sondern die einem „sozialstaatlichen Fetisch“ erliegen.
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„Fragend blicken wir zurück. Fragend schreiten wir voran.“

Der folgende Text ist der erste von drei aufeinander aufbauenden Positionierungstexten.

Die Abschaffung aller Herrschaft haben die Kommunist_innen versprochen. Und solange sie erinnert werden, werden sie nie mehr aufhören, es versprochen zu haben. (Bini Adamczak)

Die Erinnerung an bestimmte historische Entwicklungen und ihre Analyse sind bedeutender Teil „linker“ Bewegungen. Je nach geschichtsphilosophischem Ansatz erfüllt hierbei die Auseinandersetzung mit Geschichte ganz unterschiedliche Funktionen. Vor über einem Jahr haben wir uns als „Rosa&Karl“ – Bündnis in den Diskurs um das Erinnern an die Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht hinein begeben. Im Januar 2013 fand eine alternative Aktionswoche und Demonstration zum Gedenken an die Kämpfe der Jahre 1918/19 statt. Wir wollen auch weiterhin unseren Anspruch an Geschichtserzählungen deutlich machen.

Dafür scheint es uns notwendig, zunächst die Funktion von Geschichte für Staaten zu untersuchen, denn genau die gibt uns einen Hinweis auf eine andere, emanzipatorische Form der Erzählung. Geschichte wie sie uns in der Schule vermittelt wird, aber auch wie sie im Bewusstsein der meisten Menschen verankert ist, abgesehen von den Foucault nacheifernden Geschichtswissenschaftler*innen, ist eine nationale Fortschrittsgeschichte. Dabei werden Brüche, Momente des Aufbegehrens, selbst Katastrophen wie die Shoah, in eine lineare Geschichtserzählung gepresst und entweder durch Abgrenzung oder Identifikation vereinnahmt.

Am Ende steht die unvermeidliche Behauptung, dass eben diese Aneinanderreihung willkürlicher Ereignisse einerseits notwendig determiniert war und sich andererseits schlussendlich zur bestmöglichen Form entwickelt hat (in unserem Fall also die BRD). Dabei werden selbst so offensichtliche Brüche wie die 1918/19er Bewegung oder die 68er unter der Vorgabe die alten Probleme wären ja gelöst und die „hätten es halt nur ein bisschen übertrieben“ eingemeindet. Das Teile dieser Bewegungen in solchen Momenten jedoch mehr forderten, nämlich die Gesellschaft der Freien und Gleichen, steht selten im Focus der Geschichtserzählung. Unsere Aufgabe muss es sein vehement darauf hin zu weisen. Allerdings ergibt sich genau aus diesem Anspruch die Frage des Wie, auch wenn das Warum zumindest schon teilweise geklärt zu sein scheint.
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Pressemitteilung: Fragend blicken wir zurück. Fragend schreiten wir voran.

Das Rosa&Karl-Bündnis linker Jugendverbände ruft zur Demonstration im Gedenken an die Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht auf. Im Vorfeld der Demonstration am 12. Januar 2014 findet eine Aktionswoche mit Bildungs- und Diskussionsveranstaltungen statt.

Zum zweiten Mal ruft das Rosa&Karl-Bündnis zur Demonstration im Gedenken an die Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht im Januar 1919 auf. Der Diskurs um das Erinnern an die revolutionären Jahre 1918/19 und deren Bedeutung für heute ist nach wie vor aktuell. Aus diesem Grund geht das Bündnis rund um die Aktionswoche vom 04. bis 11. Januar 2014 der Frage nach, wie ein Gedenken abseits der bürgerlichen Geschichtsschreibung und ohne eine linke Heiligenverehrung aussehen kann.
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