Wir freuen uns, dass die Rosa&Karl-Demonstration ein solcher Erfolg geworden ist. 700 Teilnehmer*innen haben am 13.01.2013 der Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht gedacht. Unsere Erwartungen und Hoffnungen haben sich erfüllt, dass es eine Vielzahl von Linken gibt, die nach einem Weg suchen Rosa und Karl auf eine würdige Weise zu gedenken, ohne sich hinter Stalin- und Maobanner einreihen zu müssen, wie sie auch dieses Jahr wieder die traditionelle LL-Demonstration zierten.
Wir denken, dass die Rosa&Karl-Demonstration und insbesondere die von ihr angestoßene Debatte um die Auseinandersetzung mit linker Geschichte und linkem Gedenken eine große Bereicherung darstellt und das neue Jahr für die anstehenden linken Kämpfe eingeleitet hat.
Eine detailliertere Auswertung folgt noch.
Die Rosa & Karl-Demonstration soll frei von menschenverachtendem Gedankengut in seinen unterschiedlichen Erscheinungsformen stattfinden.
Daher veröffentlichen wir hiermit den Minimalkonsens unserer Demonstration und wollen so sicherstellen, dass kein*e Demoteilnehmer*in sich über reaktionäres und regressives Gedankengut auf der Demo ärgern muss:
Kein Rassismus, Sexismus, Sozialchauvinismus und Antisemitismus.
Unsere Demonstration richtet sich gegen Normativität, Ungleichbehandlung, Diskriminierung und Ausbeutung. Wer entsprechend menschenverachtendes Gedankengut von sich gibt oder sich entsprechend verhält, ist auf dieser Demo falsch.
Keine Verherrlichung des Realsozialismus.
Wir treten an mit dem Anspruch, grundsätzlich mit der Ideologie des Stalinismus und Realsozialismus zu brechen. Portraits von sogenannten „sozialistischen“ Diktatoren, wie Stalin oder Mao werden daher der Demo verwiesen.
Kein Nationalismus.
Nationalfahnen, einschließlich der von ehemaligen Staaten, wie Sowjetunion oder DDR und Fahnen (noch) nicht existierender Staaten oder Symbolen „nationaler Befreiungsorganisationen“ haben auf der Demo nichts verloren.
Die Veranstaltungswoche der Rosa&Karl-Demo beginnt am 05. Januar mit einer Auftaktveranstaltung im ZMF.
In gemütlicher Runde möchten wir uns mit all den Fragen auseinandersetzen, die im Titel unserer Demo aufgeworfen werden: „Gedenken in der Krise“.
Wie sieht eine aktuelle antikapitalistische Politik aus? Welche Visionen teilen wir? Wie konnten die sozialistischen Kämpfe der Vergangenheit in brutalen Regimes wie denen des Stalinismus oder des Maoismus enden und warum gibt es heute noch immer Menschen die sich positiv auf Mao und Stalin beziehen? Was fangen wir an mit der LL-Demonstration und ist eine alternative Demo die richtige Antwort?
Für diese Diskussion haben wir bekannte Gesichter eingeladen:
- Bini Adamzcak, Autorin von „Kommunismus. Eine kleine Geschichte wie alles anders wird.“ und „gestern morgen. über die einsamkeit kommunistischer gespenster und die rekonstruktion der zukunft“
- Selbsthilfegruppe Ei des Kommunismus, Veranstalter*innen der “WAS TUN MIT KOMMUNISMUS ?!” – Veranstaltungsreihe
- Christina Kaindl, Autorin von „Transformation im Kapitalismus und darüber hinaus“ und Redakteurin der «Zeitschrift Luxemburg. Gesellschaftsanalyse und linke Praxis»
- Prager Frühling, Magazin für Freiheit und Sozialismus
Beginn: 21 Uhr
Location: ZMF; Brunnenstraße 10, 10119 Berlin-Mitte
Im Anschluss an die Diskussionveranstaltung findet die Auftaktparty statt mit Kai Kani (sgz/deine lieblingsraver), Bikibiki (love techno – hate germany), Reducation, tba.
Wir freuen uns euch unser Mobi-Video vorzustellen.
Neues Jugendbündnis in Gedenken an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht gegründet
Berlin, 07.12.2012 – Für den 13. Januar 2013 plant ein Bündnis linker Jugendverbände und Gruppen eine Demonstration in Gedenken an die sozialistischen Revolutionär_innen Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Die Demonstration stellt eine emanzipatorische Alternative zur traditionellen „LL-Demonstration“ dar, die maßgeblich von stalinistischen und maoistischen Gruppen besucht wird. Die LL-Demonstration ist in den letzten Jahren verstärkt in Verruf geraten. So wird regelmäßig der Gedenkstein der Opfer des Stalinismus beschädigt und Kritik am bisherigen Konzept mit körperlicher Gewalt beantwortet.
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